Viel Tesla-Konkurrenz auf der IAA – Audi und BMW präsentieren Zukunft

von | 15. September 2021 | Tesla-Konkurrenz, Rund um Tesla | 0 Kommentare

Lange hat es gedauert, bis Tesla die Automobilbranche vom elektrischen Fahren überzeugt hat. Auch bis die deutschen Hersteller konkurrenzfähige Fahrzeuge liefern konnten, verging einige Zeit. Doch so langsam kommt die Sache ins Rollen: Mercedes war mit seinem EQS im April der Erste, der Tesla Paroli bieten konnte – nun wollen Audi, BMW und Co. nachziehen.

Dafür gäbe es natürlich keinen besseren Ort als die IAA in München: Neue Fahrzeuge, neue Technologien, zeigen, was man hat und kann – davon lebt die Messe, die in diesem Jahr vom 7. bis 12. September in München abgehalten wurde.

In diesem Beitrag wollen wir rekapitulieren, welche Konzepte von Audi und BMW auf der diesjährigen IAA vorgestellt wurden und wie sie im Vergleich zu Tesla abschneiden.

Audi Grandsphere Concept

IAA 2021: Tesla-Konkurrent Audi stellt Grandsphere Concept vor
Foto: AUDI AG

Mit dem Grandsphere Concept liefert Audi jede Menge begeisternde Technik gepaart mit cleverem Design. Er ist die zweite von drei Sphere-Studien und soll bis 2025 serienreif sein. Es wird gemunkelt, die Luxuskarosse soll von da an zum elektrischen Ersatz für den A8 werden. Dies ist eine naheliegende Annahme, denn Audi hat, anders als die anderen Hersteller, bisher keine elektrische Oberklasse-Limousine vorgestellt.

Der Grandsphere ist von vorn bis hinten ein futuristisches Luxusgefährt. Das erkennt man schon an der Länge: 5,3 Meter von der Spitze zum Heck versprechen jede Menge Platz. Audi versucht dabei keineswegs, diese Länge zu verstecken. Im Gegenteil: Durch eine Alu-Zierleiste, die das Auto niedriger wirken lässt als es ist, und ein Heck, dass sich als Mischung aus Limousine und Sportback versteht, erscheint der Grandsphere langgezogen und elegant.

IAA 2021: Audi Grandsphere Concept mit gegenläufig öffnenden Türen
Foto: AUDI AG

Das eigentlich Interessante an Audis neuem Konzept ist allerdings der Innenraum. Schon beim Öffnen der Türen bemerkt man den Unterschied: Die vorderen und hinteren Türen öffnen gegenläufig, die B-Säule fehlt komplett. Das bedeutet jede Menge Platz zum bequemen Einsteigen, wird aber in Serie leider schwierig umzusetzen sein. 

Mit jede Menge Platz geht es aber auch weiter, sobald man im Grandsphere sitzt. Interessant ist dabei vor allem die vordere Reihe: Da die Klimatechnik unter die Motorhaube verschwunden ist, wo mangels Verbrennungsmotor Platz geworden ist, wird das Cockpit sehr geräumig. Unterstützt wird das noch von der Tatsache, dass der Audi autonomes Fahren Level 4 beherrscht und so das Lenkrad samt Tacho bei Bedarf einfach hinter dem Armaturenbrett versteckt.

Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: dem Armaturenbrett. Hier dient eine einzige durchgezogene Fläche aus Holz als Projektionstafel und wird so zur riesigen Anzeige. Gesteuert wird diese durch Eyetracking, Gesten und Drucksensoren in der Armlehne – futuristischer geht es nicht. Auch die Klimaanlagen-Kontrolle, die in Form eines Drehreglers mit Display daherkommt, kann via Gestensteuerung bedient werden.

Da sich das Gerät wie von Geisterhand mitdreht, könnte man fast meinen, man sei in der Science-Fiction-Welt angekommen. Das ist etwas, was sogar Tesla-Fahrer und –Fans noch nicht gesehen haben. Leider muss wohl für die Serienproduktion zumindest der Projektor wieder einem Display weichen – aber wer weiß, was bis 2025 noch alles passiert.

Nach jede Menge Design und Technologie-Spielereien fehlt nun noch eines: Fahrleistung. Der Audi Grandsphere soll wohl mit einer 120 kWh-Batterie ausgestattet werden, die für bis zu 800 Kilometer Reichweite sorgt. Die Plattform könnte die gleiche sein wie beim A6 e-tron oder dem elektrischen Porsche Macan. Wie sportlich und mit wie viel Leistung gefahren werden kann, ist hingegen noch nicht bekannt.

Die Frage ist also: Reicht das alles, um die Konkurrenz aus dem Heimatland und auch die Software- und Technologiekönige von Tesla zu schlagen? Nach heutigem Stand ist Audi dafür in guter Position: gigantische Reichweite, futuristische Technologie, die auch das Model S weit übertrifft und so viel Platz wie in keinem anderen Fahrzeug machen Audi zum Vorreiter in Sachen elektrischem Luxus.

Einziges Manko: Bis zum Serienstart 2025 ist es noch lange hin – und auch die Konkurrenz aus Deutschland und den USA hat bis dahin viel Zeit, um etwas Vergleichbares zu erreichen oder sogar daran vorbeizuziehen.

BMW iX xDrive50

Der BMW iX ist der Münchner Ansatz für einen zukunftsfähigen E-SUV, der größenmäßig wohl zwischen dem Tesla Model Y und dem Model X anzusiedeln ist. Gegenüber dem Audi Grandsphere und vielen anderen auf der IAA vorgestellten Autos hat der BMW den Vorteil, noch dieses Jahr auf den Markt zu kommen.

Dementsprechend handelt es sich bei dem IAA-Display auch nicht um eine Weltpremiere (diese fand bereits in Shanghai statt), aber immerhin um den ersten Auftritt in Europa. Gleichzeitig bietet der iX erstmals Einblicke in sein Innenleben – dafür wurden Teile der Karosserie aufgeschnitten.

Doch was kam dabei zum Vorschein? Zum einen ist da natürlich der 105,2 kWh-Akku im Unterboden, der für bis zu 630 Kilometer Reichweite sorgt. Das ist besser als Teslas Model X und Model Y, allerdings übertrumpft zumindest ersteres den immerhin 523 PS starken, allradgetriebenen BMW iX in Sachen Leistung und Beschleunigung (Model X: 670 PS). 

Ein weiterer interessanter Aspekt, der im Innenleben des iX ins Auge sticht, ist, dass Teile der Karosserie aus Carbon gefertigt sind, was das Auto leichter macht. BMW nennt das Prinzip „Carbon Cage” und wendet Vorstufen davon bereits seit geraumer Zeit in den 7er- und 8er-Modellen an.

Ansonsten ist der BMW iX relativ unspektakulär. Die Bayern bleiben ihrer Designsprache relativ treu, schaffen es aber, dem SUV einen futuristischen Look zu verpassen. Auch im Innenraum findet man alles, was man von einem BMW erwarten würde, große Überraschungen finden sich nicht, – obwohl natürlich auch hier neueste Technik und Design Verwendung finden.

Auffallend ist, dass der iX trotz seiner platzspendenden Elektro-Architektur vor allem im Vergleich mit dem Model X, aber auch mit dem Model Y, relativ beengt anmutet. Ob er dafür eine sportlichere Fahrweise ermöglicht, ist noch nicht bekannt.

Fazit

Audi und BMW zeigen auf der IAA in München, dass auch sie elektrisch können und Tesla das Feld nicht kampflos überlassen werden. Vor allem in Sachen Akkutechnologie und damit Reichweite haben die Deutschen deutlich aufgeholt. Dazu gibt es natürlich der deutschen Ingenieurskunst entsprechend jede Menge Komfort, Luxus und teils bahnbrechende Technologie.

Mit Spannung bleibt also Teslas Antwort darauf abzuwarten. Der E-Auto-Pionier aus Kalifornien ist eigentlich nur noch bei Leistung und Beschleunigung allein an der Spitze. Die Deutschen zeigen was sie können, Elon Musk ist gefordert: Vor uns liegen spannende Jahre.

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