Tesla und VW vor „brutalem Wettbewerb“: Volkswagen fürchtet Gigafactory Grünheide

von | 02. Oktober 2021 | Tesla-Konkurrenz, Rund um Tesla | 0 Kommentare

Nach bürokratischen Querelen, Debatten mit Umweltschützern und zahlreichen Planänderungen darf Tesla wohl bald die Produktion im Werk in Grünheide aufnehmen. Die Gigafactory Grünheide, die erste deutsche Fabrik des US-Autobauers, hat aber nicht nur Auswirkungen auf Tesla selbst.

Die etablierte Konkurrenz aus Deutschland beobachtet die Situation mit Argusaugen – und ist in Alarmbereitschaft.

Tesla startet in Grünheide – VW macht Krisentreffen

Wie Teslamag unter Berufung auf Informationen des Business Insider berichtet, twittere VW-CEO Herbert Diess am vergangenen Freitag von einem Treffen mit COO Ralf Brandstätter und einer Reihe weiterer hochrangiger Volkswagen-Manager in Wolfsburg:

Diess zufolge ging es dabei um den Startschuss für den Wettbewerb mit Tesla in Deutschland. Laut Diess sei Volkswagen für das Rennen mit Elon Musk „bereit“.

Dem Bericht zufolge wurde später aber klar, dass es sich dabei weniger um eine selbstbewusste Kampfansage handelte. Vielmehr war das Meeting der hohen Tiere von VW ein Krisentreffen. Offenbar nimmt man Tesla in Wolfsburg mehr als ernst. Insbesondere die Grünheide-Fabrik, die bald an den Start geht, bereitet dem deutschen Traditionsautobauer Sorgen.

Trinity-Programm als „Tesla-Jäger“

VW plant derzeit die Herstellung eines neuen Elektroautos der Passat-Klasse, dem sogenannten „Trinity“. Intern wurde das neue Modell als „Tesla-Jäger“ bezeichnet. Das Pendant zu Audis Artemis soll ab 2026 produziert werden.

Dafür soll zunächst das Stammwerk in Wolfsburg fit gemacht werden. Automatisierung und Digitalisierung sollen moderne und effiziente Prozesse ermöglichen – und das Fahrzeug gemäß der Tesla-Philosophie zum Software-Auto machen.

Wie der Business Insider berichtet, hat VW bis dahin aber noch einen langen Weg vor sich. Demnach habe der Autohersteller noch nicht mal begonnen, die Pläne umzusetzen. Geschäftsführer Diess soll dem Vernehmen nach gesagt haben, VW wäre nicht mehr wettbewerbsfähig, „sollte alles beim Alten“ bleiben.

Die nötigen Umbauten für das Werk in Wolfsburg wären wesentlich aufwendiger als zunächst kalkuliert. Manche Bereiche müssten abgerissen und neu aufgebaut werden.

VW fürchtet Giga Berlin

Gleichwohl blickt VW besorgt auf die Gigafactory Grünheide. Teslas erste deutsche Fabrik wird wohl die abschließende umweltrechtliche Genehmigung erhalten und kann dann voraussichtlich noch in diesem Jahr die Produktion aufnehmen.

Es wird vermutlich ein Jahr dauern, bis die volle Produktionskapazität erreicht ist. Ab dann will Tesla pro Jahr 500.000 Elektroautos herstellen. Davon soll im ersten Schritt das Model Y den größten Anteil ausmachen, später wird auch das Model 3 in Deutschland produziert.

Damit wird die Tesla-Fabrik in Brandenburg das Dreh- und Angelkreuz für die europäische Nachfrage werden. Tesla kann damit voraussichtlich schneller und effizienter eine Marktdurchdringung erreichen als VW – was die Manager mit ihrem sorgenvollen Krisentreffen bestätigen.

Konkret blickt man bei VW auf das Level an Automation, das Tesla in Grünheide einführen wird. Während dieser Ansatz in der heimischen Fabrik in Fremont noch nicht gelang, werden in Grünheide 600 Roboter weniger zum Einsatz kommen.

Diese werden durch die Giga Press ersetzt. Bis zu acht riesige Aluminiumpressen werden Front und Heck des Model 3 gießen. Damit kann der US-Autobauer erheblich Ressourcen sparen und sämtliche Produktionsprozesse beschleunigen.

VW in „Alarmstimmung“

Aufgrund dieser Gegebenheiten habe beim Treffen zwischen Diess und Brandstätter „Alarmstimmung“ geherrscht, berichtet der Business Insider. Letzter hatte einen „brutalen Wettbewerb“ mit dem Unternehmen von Elon Musk ausgerufen, sobald Giga Berlin an den Start geht.

Die VW-Spitze habe zugegeben, dass der E-Auto-Pionier aus Kalifornien beim Autobau neue Maßstäbe setzt. Im Vergleich zu einem ID.3, dessen Produktion drei Tage brauche, würde die Herstellung eines Model 3 nur zehn Stunden dauern.

Damit VW konkurrenzfähig bleibt, müsse laut Diess mit dem Trinity-Programm eine „Revolution“ geschehen.

Quelle Beitragsbild: ©Shutterstock | Nadezda Murmakova

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