Teslas Plan für Giga Berlin: 11.000-seitiger Antrag nun öffentlich

von | 19. Juni 2021 | Gigafactory Grünheide | 0 Kommentare

Tag für Tag kommen neue Meldungen zur Tesla-Fabrik in Grünheide. Seit dem ersten Quartal 2020 befindet sich der US-Autobauer im brandenburgischen Grünheide im Bauprozess. Von Beginn an gab es zahlreiche Konflikte mit Umweltverbänden und Anwohnern, die bislang noch nicht alle ausgeräumt werden konnten.

Eine Besonderheit beim Bau der Gigafactory ist auch, dass Tesla bis heute auf eigenes Risiko baut. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung steht noch aus und wird vom Landesumweltamt geprüft. Nachdem der Autohersteller aus Kalifornien im Juni einen maßgeblich veränderten Antrag einreichte, startete praktisch auch das Prüfungsverfahren neu.

Seit gestern liegen die neuen Antragsunterlagen öffentlich in Frankfurt (Oder) aus. In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Updates zu Teslas Giga-Berlin-Planung zusammen.

Tesla fügt Batteriefabrik hinzu

Die wohl größte Änderung, die auch für das meiste Aufsehen gesorgt hat, war die Erweiterung der Pläne um eine Batteriefabrik. Laut Tagesspiegel geht aus den Plänen hervor, dass Tesla 50 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr an Batteriekapazität produzieren will. Dies würde 500 Millionen Batteriezellen entsprechen und wäre damit die größte Batteriefabrik Europas.

Besonders effizient soll dahingehend das Trocken-Elektroden-Verfahren sein, das vom Autohersteller entwickelt und für die Batteriezellenfertigung eingesetzt wird. Exakte Angaben über chemische Stoffe und Bestandteile des Prozesses werden im Antrag nicht gemacht oder sind geschwärzt, da Tesla Industriespionage befürchtete.

Auch die Stätte zur Produktion ist bereits vorhanden und im Moment noch als Lagerhalle genehmigt, wobei der Autohersteller schon bald eine Umnutzung für die Herstellung der Batterien beantragen will.

Autofabrik zu 80 % fertig

Die Autofabrik wiederum soll laut Aussagen von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach schon zu 80 % fertiggestellt sein. Dennoch gehen aus dem neuen Antrag einige Änderungen hervor. So plant Tesla nun die Herstellung von Kunststoffteilen wie Spiegeln und Stoßstangen, was die Autoherstellung insgesamt effizienter machen soll.

Außerdem wird auch das Presswerk ausgebaut. Dafür werden 1180 zusätzliche Betonpfähle in den Boden gerammt, um die nötige Stabilität sicherzustellen.

Die Fertigung der Rohkarosserien wird auf eine Fertigungslinie reduziert. Die Produktionskapazität soll aber unverändert bei wöchentlich 10.000 Stück liegen.

Eine zuvor geplante Teststrecke mit Rüttelpisten, um Klappern und andere unerwünschte Geräusche festzustellen, fällt ebenfalls weg. Dies wird laut neuem Antrag hydraulisch geprüft. Der Autohersteller rechnet auch mit mehr Zulieferern, die die Fabrik befahren. Von täglich 1515 Lkw ist die Rede.

Wasserverbrauch wird nicht erhöht

Vor allem die neu hinzugefügte Batteriefabrik hat bei Anwohnern und Umweltverbänden für scharfe Kritik gesorgt, die einen zu hohen Wasserverbrauch befürchtet hatten. Es gelang Tesla und seinen Ingenieuren jedoch mit einer neuen, innovativen Technologie den Wasserverbrauch auf dem vorher festgelegten Maximum von jährlich 1,44 Millionen Kubikmeter Wasser zu halten.

So geht es jetzt weiter

Die Antragsunterlagen können nun einen Monat lang gelesen werden. Einen weiteren Monat Zeit gibt es, um Einwände beim Landesumweltamt Brandenburg vorzubringen. Ein neuer Erörterungstermin wurde bereits von LfU (Landesamt für Umwelt) auf den 13. September datiert. Dort würden – sollte es zu Einwenden kommen (was sehr wahrscheinlich ist) – Umweltverbände, Anwohner und Kritiker mit Tesla-Vertretern debattieren.

Tesla kann demnach frühestens im Oktober mit einer abschließenden Genehmigung rechnen.

Quelle Beitragsbild: Olaf Arndt via Flickr

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