Tesla schaltet seine autonome Fahrsoftware „FSD Supervised“ in einem weiteren EU-Land frei. Nach den Niederlanden beginnt nun auch in Litauen der offizielle Rollout per Software-Update.

Tesla-FSD in Litauen
Die europäische Expansion von Teslas autonomen Fahrsystem FSD nimmt Fahrt auf. Wie Tesla über seinen offiziellen Europa-Account auf X mitteilte, wird FSD Supervised gerade in Litauen ausgerollt:
FSD Supervised now rolling out to Teslas in Lithuania 🇱🇹!
— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) May 20, 2026
Making European roads safer, one by one pic.twitter.com/Uuj0bNG7pP
Damit ist das baltische Land nach den Niederlanden das zweite EU-Land, in dem Kunden das System offiziell nutzen können.
Die Aktivierung erfolgt in per Over-the-Air-Update direkt auf die Fahrzeuge. Tesla bezeichnet den Schritt als weiteren Beitrag zu sichereren europäischen Straßen und macht damit deutlich, dass die Expansion in Europa nicht bei einem einzelnen Testmarkt bleiben soll.
Rollout startet jetzt
Die Freigabe in Litauen kommt nicht überraschend. Tesla hatte in den vergangenen Wochen bereits öffentliche Mitfahrten am Standort Vilnius angeboten, bei denen Interessierte das System vom Beifahrersitz aus erleben konnten. Solche Demonstrationen dienen nicht nur der Kundenkommunikation, sondern auch dem Aufbau von Vertrauen in die Technologie.
Parallel dazu suchte der Autobauer Ende April nach sogenannten „FSD Vehicle Operators“ in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Litauen. Das deutete bereits darauf hin, dass das Unternehmen seine europäischen Aktivitäten rund um FSD deutlich ausweitet und weitere Märkte vorbereitet.
Über 15 Millionen FSD-Kilometer in der EU gesammelt
Die Grundlage für die Genehmigung wurde über Monate geschaffen. Vor der Freigabe in Litauen absolvierte Tesla nach eigenen Angaben mehr als 1,8 Millionen Kilometer interne FSD-Tests in Europa. Zusätzlich bereitete der Autohersteller tausende Dokumente und Testszenarien vor und führte Demonstrationen für Behörden in fast allen EU-Mitgliedsstaaten durch.
Seit dem Start in den Niederlanden im April 2026 wurden mit FSD Supervised in Europa bereits mehr als 15 Millionen Kilometer im Kundenbetrieb zurückgelegt. Für den Elektro-Pionier sind diese Daten besonders wichtig, um weitere Regulierungsbehörden von der Sicherheit und Alltagstauglichkeit des Systems zu überzeugen.
Das Unternehmen verweist zudem darauf, dass bei aktivierter FSD-Supervised-Funktion die Wahrscheinlichkeit einer Kollision pro gefahrenem Kilometer bis zu siebenmal niedriger sein soll als beim rein manuellen Fahren. Solche Aussagen dürften in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle spielen, wenn der Konzern weitere Länder von einer Freigabe überzeugen will.
Abo statt Einmalkauf
Auch beim Preis dürfte sich Litauen an den Niederlanden orientieren. Dort kostet FSD Supervised derzeit 99 Euro pro Monat. Frühere Enhanced-Autopilot-Kunden sollen Zugang zu einem reduzierten Tarif von rund 49 Euro monatlich erhalten.
Gleichzeitig verabschiedet sich Tesla in Europa vom bisherigen Einmalkauf. Die Kaufoption soll im Mai auslaufen, wodurch das Abo künftig der zentrale Zugang zu FSD Supervised wird. Für viele Besitzer dürfte das den Einstieg flexibler machen, während andere den Wegfall der dauerhaften Kaufoption kritisch sehen werden.
Unterstützt werden sowohl Fahrzeuge mit HW3 als auch mit HW4. Allerdings hat Tesla bereits klargestellt, dass HW3-Fahrzeuge unüberwachtes „Unsupervised“-FSD in der Zukunft nicht erhalten können. Für diese Fahrzeuge ist Ende Juni jedoch eine „Lite“-Version geplant.
Signal für Europa
Die Freigabe in Litauen ist ein wichtiger Schritt für Teslas europäische FSD-Strategie. Nach dem Start in den Niederlanden zeigt die zweite Genehmigung, dass weitere Länder folgen können, wenn Behörden die technischen Nachweise akzeptieren.
Für Tesla-Fahrer in Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern bleibt damit die große Frage, wann der nächste Markt freigeschaltet wird. Die Vorarbeit läuft bereits und die Datengrundlage wächst mit jedem Tag. Je mehr Länder in der EU FSD genehmigen, desto höher wird der Druck auf die hiesigen Regulierungsbehörden.
Wird Tesla-FSD Supervised bald auch in Deutschland ausrollen können? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.
Quelle Beitragsbild: Tesla Europe, Middle East & Africa via X
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