Starship V3: SpaceX nennt Termin für Jungfernflug – alle Upgrades auf einen Blick

von | 17. Mai 2026 | SpaceX

Starship V3: SpaceX nennt Termin für Jungfernflug – alle Upgrades auf einen Blick

Schon am kommenden Dienstag will SpaceX sein neues Starship V3 zum ersten Mal abheben lassen. Vor dem Start hat SpaceX Booster, Oberstufe, Raptor-Triebwerke und Launch Pad 2 umfassend überarbeitet.

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Starship V3 startet am Dienstag

Der nächste Testflug des Starships soll frühestens am 19. Mai von Starbase in Texas erfolgen. Dabei steht erstmals die neue Version 3 des vollständig wiederverwendbaren Raketensystems im Mittelpunkt.

Der Raumfahrtkonzern kündigte dies in dieser Woche auf X an:

Für SpaceX ist dieser Flug weit mehr als nur ein weiterer Test. Das Starship soll sich Schritt für Schritt von einem experimentellen Prototypen zu einer echten Raumfahrt-Infrastruktur entwickeln. Die neue Version bringt dafür zahlreiche Änderungen mit: weniger Masse, einfachere Systeme, mehr Zuverlässigkeit und bessere Voraussetzungen für spätere Einsätze im Orbit, zum Mond und eines Tages zum Mars.

Im Fokus stehen dabei nicht nur die Rakete selbst, sondern auch der Super-Heavy-Booster, die Raptor-Triebwerke und die neue Startanlage, das Launch Pad 2.

Booster wird robuster

Der Super-Heavy-Booster erhält bei Version 3 eine der sichtbarsten Änderungen. Die bisherigen vier Gitterflossen werden durch drei größere und stärkere Flossen ersetzt. Diese sitzen nun tiefer am Booster und sollen dadurch besser vor der extremen Hitze beim sogenannten Heißstufen-Verfahren geschützt sein.

Damit ist der Moment gemeint, in dem die Triebwerke der oberen Stufe bereits zünden, während sie sich vom Booster trennt. Dieses Verfahren spart Zeit und erhöht die Effizienz, stellt die Struktur aber auch vor enorme thermische Belastungen.

Die wichtigsten Booster-Optimierungen auf einen Blick:

  • Drei statt vier Gitterflossen, dafür größer und stabiler
  • Tiefere Positionierung der Flossen zum besseren Hitzeschutz
  • Wegfall des bisherigen Zwischenrings beim Heißstufen-Verfahren
  • Neues Treibstoffsystem für schnelleres Zünden aller 33 Raptor-Triebwerke
  • Weniger externe Schutzverkleidungen und einfacherer Aufbau im Heckbereich
  • Überarbeitete Betankung mit zwei getrennten Schnellverbindungen

Besonders spannend ist der neue Treibstofftransfer. Er soll dafür sorgen, dass alle 33 Triebwerke zuverlässiger und schneller starten können. Das ist entscheidend für das spektakuläre Wendemanöver des Boosters nach der Trennung vom Starship.

Ziel der Änderungen ist ein Booster, der leichter, robuster und besser auf schnelle Wiederverwendung vorbereitet ist. Genau diese Fähigkeit ist entscheidend, wenn SpaceX künftig Raketenstufen regelmäßig mit den großen Fangarmen am Startturm auffangen will.

Starship wird orbital

Auch die obere Stufe, also das eigentliche Starship, wurde grundlegend überarbeitet. SpaceX hat das Antriebssystem neu gestaltet, um größere Treibstoffmengen, bessere Steuerung und geringere Verluste durch eingeschlossene oder austretende Treibstoffe zu ermöglichen.

Die wichtigsten Änderungen am Starship:

  • Komplett überarbeitetes Antriebssystem
  • Größeres nutzbares Treibstoffvolumen
  • Vereinfachter Heckbereich ohne große externe Verkleidungen
  • Neue Steuerung der Flügelklappen mit weniger Aktuatoren
  • Verbesserter Mechanismus zum schnelleren Aussetzen von Starlink-Satelliten
  • Neue Systeme für lange Aufenthalte im Orbit
  • Vorbereitung auf Betankung im All
  • Andockpunkte und Leitungen für den Treibstofftransfer zwischen zwei Starships
  • Modernisierte Bordelektronik mit zahlreichen Kameras und Starlink-Verbindung

Besonders wichtig ist die Fähigkeit zur Betankung im Orbit. Für Mond- und Marsmissionen reicht ein einzelner Start nicht aus. Das Starship muss im All mit weiterem Treibstoff versorgt werden, bevor es lange Reisen antreten kann.

Dafür erhält die neue Version zusätzliche Andockelemente und eigene Anschlüsse für den Treibstofftransfer. Dieses Konzept ist einer der zentralen Bausteine von SpaceX’ langfristiger Mars-Strategie.

Auch für Starlink wird das Starship wichtiger. Der verbesserte Auswurfmechanismus, intern oft mit einem PEZ-Spender verglichen, soll Satelliten künftig schneller freigeben. Damit könnte das Starship langfristig eine entscheidende Rolle beim Ausbau großer Satellitennetzwerke übernehmen.

Optimierte Raptor-Triebwerke

Die Raptor-3-Triebwerke sind ein weiterer zentraler Bestandteil der neuen Starship-Generation. Sie sollen nicht nur mehr Schub liefern, sondern gleichzeitig leichter und einfacher aufgebaut sein.

Die wichtigsten Raptor-Neuerungen:

  • Mehr Schub bei den Triebwerken auf Meereshöhe
  • Mehr Leistung bei den Vakuum-Triebwerken für den Einsatz im All
  • Geringeres Gewicht pro Triebwerk
  • Sensoren und Steuergeräte stärker in das Triebwerk integriert
  • Wegfall zusätzlicher Schutzverkleidungen
  • Neues Zündsystem für alle Varianten
  • Deutliche Gewichtseinsparungen auf Fahrzeugebene

Die Meereshöhen-Version steigt von 230 auf 250 Tonnen Schubkraft. Die Vakuum-Version legt von 258 auf 275 Tonnen Schubkraft zu. Gleichzeitig sinkt die Masse der Triebwerke.

Der eigentliche Fortschritt liegt jedoch in der Vereinfachung. SpaceX integriert mehr Komponenten direkt in das Triebwerk. Somit werden zusätzliche Leitungen, Verkleidungen und externe Systeme reduziert. Weniger Teile bedeuten weniger mögliche Fehlerquellen – und genau das ist für schnelle Wiederverwendung entscheidend.

Neuer Startplatz: Launch Pad 2

Mit dem Launch Pad 2 bekommt das Starship auch eine passend überarbeitete Startumgebung. Die Anlage soll mehr Leistung aushalten, schneller betanken und nach einem Start weniger aufwendig instand gesetzt werden müssen.

Die wichtigsten Upgrades am Launch Pad 2:

  • Schnellere Betankung dank größerer Tanks und mehr Pumpen
  • Kürzere und verbesserte Fangarme am Startturm
  • Elektromechanische statt hydraulische Antriebe für mehr Zuverlässigkeit
  • Stärkerer Schnelltrennarm mit größerem Schwenkbereich
  • Überarbeiteter Starttisch für höhere Belastungen
  • Neuer Flammenabweiser zur Reduzierung von Schäden nach dem Start
  • Besser geschützte Leitungen für Methan und Sauerstoff
  • Getrennte Systeme für mehr Sicherheit und einfachere Wartung

Der neue Flammenabweiser dürfte dabei besonders wichtig sein. Er soll die gewaltigen Kräfte beim Start besser ableiten und verhindern, dass die Anlage nach jedem Flug umfangreich repariert werden muss.

Damit verfolgt SpaceX ein klares Ziel: Das Starship soll nicht wie eine klassische Rakete funktionieren, die nach jedem Start lange überprüft und überholt werden muss. Es soll landen, kontrolliert werden und möglichst schnell wieder einsatzbereit sein.

Schritt zum Mars

Mit dem Starship V3 geht SpaceX einen großen technischen Schritt. Fast jeder Bereich des Systems wurde überarbeitet: Booster, obere Stufe, Triebwerke und Startanlage.

Die Änderungen wirken auf den ersten Blick wie viele einzelne Detailverbesserungen. Zusammen ergeben sie jedoch ein klares Bild. SpaceX will das Starship leichter, einfacher, robuster und wiederverwendbarer machen. Genau das braucht das Unternehmen, um aus dem gewaltigen Raketensystem eines Tages ein echtes Transportmittel für den Orbit, den Mond und den Mars zu machen.

Der Testflug am 19. Mai könnte deshalb einer der wichtigsten Momente im bisherigen Starship-Programm werden. Gelingt der Flug, wäre das ein deutliches Signal, dass SpaceX dem operativen Einsatz des Starships näherkommt. Scheitert er, dürfte das Unternehmen die Daten erneut nutzen, um die nächste Version noch schneller weiterzuentwickeln.

So oder so: Das Starship V3 zeigt, wie kompromisslos SpaceX an seiner Vision arbeitet. Der Weg zum Mars bleibt riskant, teuer und technisch extrem anspruchsvoll. Doch mit jedem neuen Test rückt die Vision näher, dass dieses System tatsächlich eines Tages Menschen und Fracht zu anderen Himmelskörpern bringen wird.

Glauben Sie, dass das Starship V3 ein Erfolg für SpaceX wird? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.

Quelle Beitragsbild: SpaceX via X

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