SpaceX: Geschichte und Ziele von Elon Musks Raumfahrtunternehmen

von | 05. Februar 2022 | SpaceX, Elon Musk

SpaceX: Geschichte und Ziele von Elon Musks Raumfahrtunternehmen

Elon Musk ist ein Ausnahme-Unternehmer, der nicht nur den erfolgreichen Autobauer Tesla führt, sondern auch viele andere florierende Firmen leitet. Die wohl bekannteste dieser Firmen ist das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Wie mit Tesla will der Unternehmer aus Südafrika auch mit SpaceX eine gesamte Branche umkrempeln.

In diesem Beitrag wollen wir Ihnen SpaceX näherbringen und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Firma beleuchten.

SpaceX Geschichte – ein holpriger Start 

Wie mittlerweile viele wissen, waren Tesla und SpaceX nicht die ersten Unternehmungen von Elon Musk. Bereits in den 90er-Jahren war er mit Zip2 und X.com (später Paypal) erfolgreich. Nachdem er letzteres an Ebay verkauft hatte, ging es mit prall gefülltem Konto auf die Suche nach einer neuen Mission. Besonders angetan hatte es Musk schon lange der damals rein staatlich organisierte und enorm kostspielige Raumfahrtsektor. Das Ziel war (und ist es bis heute), die Menschheit zu einer multiplanetaren Gesellschaft zu machen, ihr also das Leben auf fremden Planeten wie dem Mars zu ermöglichen.  

Dieser Gedanke führte am 06.05.2002 schließlich zur Gründung von SpaceX, was die Firma sogar älter macht als Tesla. Kurzzeitig wurde mit der Idee gespielt, für die Anfangsphase alte russische Raketen zu kaufen, was aber aufgrund der extrem hohen Kaufpreise schnell verworfen wurde. Stattdessen beschloss man, selbst eine Rakete von Grund auf zu entwickeln, mit dem Ziel, diese durch Wiederverwertbarkeit wesentlich günstiger zu machen – zu diesem Zeitpunkt ein Novum in der Raumfahrt.

Also machte sich ein kleines Team aus den ersten SpaceX-Ingenieuren an die Konstruktion einer neuen Rakete, der „Falcon 1”, und entwickelte unter anderem das komplett eigene Triebwerk „Merlin”. Der ehrgeizige Zeitplan sah vor, die Falcon 1 schon 2004 zu starten, was aber nicht eingehalten werden konnte. Der Jungfernflug erfolgte schließlich im März 2006 und endete mit einem Absturz. Es folgten zwei weitere Fehlversuche, die das junge Unternehmen an den Rand des Ruins brachten. Erst 2008, mehr als sechs Jahre nach der Gründung, gelang ein erfolgreicher Flug, der SpaceX zurück in die Bahn brachte.

Mit neuem Vertrauen und einem großen NASA-Auftrag im Rücken wurden in Folge größere und stärkere Raketen wie die Falcon 9 oder die Falcon Heavy entwickelt, die bis heute Ausrüstung und Vorräte zur ISS bringen oder Satelliten in den Weltraum schießen. Auch das Ziel der Wiederverwertbarkeit wurde dabei erreicht: 2015 konnte nach mehreren Fehlversuchen erstmals die erste Stufe einer Falcon 9 aus dem Weltall zurückkehren und sicher landen. 2017 schließlich startete die erste Rakete, deren Erststufe schon einmal geflogen war.  

Auch das von SpaceX entworfene Raumschiff Dragon konnte zur Erde zurückkehren und wiederverwertbar gemacht werden und so Fracht nicht nur zur ISS, sondern auch von dort zurückbringen. 2020 fand mit der Kapsel erstmals ein bemannter SpaceX-Flug mit zwei NASA-Astronauten statt, was das Unternehmen zum ersten privaten Anbieter macht, der Menschen ins All bringen konnte. Im selben Jahr wurde eine weitere Mission mit vier Besatzungsmitgliedern in einer Kapsel durchgeführt, was einen weiteren Rekord darstellte.

Inspiration4 – eine besondere SpaceX-Mission 

Ebenfalls mit vier Besatzungsmitgliedern hob eine Crew-Dragon-Kapsel im September 2021 an Bord einer Falcon 9 ab. Das Besondere: der dreitägige Flug wurde vom US-Unternehmer Jared Isaacman finanziert und hatte ausschließlich Touristen an Bord. Gemeinsam mit einem bemannten Blue-Origin-Flug im Juli desselben Jahres (der allerdings nur rund 10 Minuten dauerte) und einer Mission des Unternehmens Virgin Galactic ebenfalls im Juli kann Inspiration4 als Beginn des kommerziellen Weltraumtourismus gesehen werden.   

SpaceX heute – der Konkurrenz vorraus 

Von den anfänglichen Schwierigkeiten ist heute bei SpaceX kaum mehr etwas zu sehen. Fast schon routiniert führt das Unternehmen regelmäßige Flüge mit der Falcon 9 durch und bietet ein beeindruckendes Produktportfolio zu kompetitiven Preisen – die Wiederverwendbarkeit macht es möglich. Laut SpaceX wurden bereits 77 Falcon-9-Raketen und vier Falcon Heavys wiederverwendet, die Dragon-Kapsel war bereits 29 Mal bei der ISS und wurde 13 mal recycelt.

Doch nicht nur die Preise sind für Kunden verlockend, auch die Produkte selbst haben Vorzüge. Die Falcon Heavy beispielsweise ist mit ihren 27 Merlin-Triebwerken aktuell die stärkste Rakete weltweit und kann 64 Tonnen Nutzlast in den Orbit befördern; doppelt so viel wie der nächste Konkurrent Delta IV Heavy.

Auch das aktuelle Raumschiff Dragon 2 kann überzeugen: Je nach Wunsch kann es als reiner Frachter oder für bemannte Missionen optimiert werden und bietet dabei für seine Besatzung nicht nur wesentlich mehr Platz als etwa die russische Sojus-Kapsel, sondern ist als erstes Raumschiff mit Touchscreen-Steuerung auch noch revolutionär modern unterwegs. Die Tatsache, dass die Dragon schon mehrmals weite Strecken erfolgreich geflogen ist, gibt SpaceX im Moment auch die Oberhand über andere private Konkurrenten wie Blue Origin.  

Neben dem „Tagesgeschäft” mit den Falcon-Flügen beschäftigt sich SpaceX gerade vor allem mit der Entwicklung der neuen Raketengeneration „Starship”. In Kombination mit dem Booster „Super Heavy” soll das riesige Edelstahl-Konstrukt in Zukunft (bemannte) Flüge zum Mond und Mars erlauben und dabei noch größere Lasten tragen können als die aktuelle Falcon Heavy – laut SpaceX mehr als 100 Tonnen. Unter großem öffentlichem Interesse erprobt das Unternehmen gerade die beeindruckenden Landemanöver des Starship und musste dabei auch den ein oder anderen, wenn auch spektakulären, Rückschlag einstecken.  

SpaceX in der Zukunft – Was dürfen wir erwarten? 

Angesichts der aktuellen Leistungen und Entwicklungen kann von SpaceX in Zukunft sicher einiges erwartet werden. Das oberste (und langfristigste) Ziel des Unternehmens bleibt der Flug zum Mars mit dem Starship und der Aufbau einer Basis auf dem Planeten. Realistisch gesehen werden davor aber noch einige andere Missionen und Projekte erfolgen, an denen bereits heute schon gearbeitet wird.

Eines der wichtigsten davon ist wohl das Starlink-Projekt, das darauf abzielt, Internet künftig über tausende kleine Satelliten bereitzustellen. Es ist abzusehen, dass hier in den kommenden Jahren große Fortschritte erzielt werden, welche die Möglichkeiten der Internetversorgung auf der Erde auf ein ganz neues Level heben werden und SpaceX Geld zur Finanzierung größerer Missionen einbringen. Die Voraussetzungen dafür werden schon heute geschaffen; regelmäßig werden mehrere der kleinen Satelliten mit Falcon-9-Raketen in eine Umlaufbahn geschossen. 

Ein weiteres Projekt, bevor es zum Mars geht, ist der Mond. Seit 1972 war kein Mensch mehr auf dem Erdtrabanten. Auf Wunsch mehrerer nationaler Raumfahrtagenturen (NASA, ESA, JAXA, etc.) soll sich das bald ändern. SpaceX spielt hier in mehreren Bereichen eine Rolle. Zum einen wurde die Firma beauftragt, eine größere Version der Dragon-Kapsel „“Dragon XL”) als Logistikmodul für die geplante Mond-Raumstation LOP-G zu entwickeln. Außerdem arbeitet man an einer optimierten Version des Starships, die Menschen und Fracht zwischen dieser Raumstation und der Mondoberfläche hin- und hertransportiert. Es wird geschätzt, dass so in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre wieder Mondmissionen möglich sind. Die dabei gesammelten Erfahrungen mit Orbit-Stationen und Raumschiffen will SpaceX nutzen, um dann Flüge zum Mars zu planen.  

Neben diesen großen Projekten wird SpaceX sich natürlich auch in Zukunft um die „kleineren” Dinge kümmern und seine Arbeitstiere Falcon 9, Falcon Heavy und Dragon weiter optimieren, um die routinemäßigen Flüge noch effizienter und sicherer zu machen und so seine Position als Marktführer zu behaupten.

Kritik und Meinungen zu SpaceX 

Als großes, mittlerweile weltweit bekanntes Unternehmen ist SpaceX einer hohen Zahl an Beobachtern ausgesetzt und somit auch vor Kritik nicht gefeit. Während frühe Kritiker die generelle Machbarkeit privater Raumfahrt infrage stellten, gibt es heute vor allem umweltschutztechnische und organisatorische Bedenken.

Besonders betroffen ist davon das Starlink-Projekt. Viele Kommentatoren und Raumfahrtexperten befürchten, die hohe Zahl an Satelliten könnten das ohnehin schon komplexe Problem des Weltraumschrotts verschärfen und Operationen im Erdorbit erschweren. Ende 2021 kam es bereits zu zwei beispielhaften Vorfällen, als die chinesische Raumstation Tiangong einem Starlink-Satelliten ausweichen musste, was eine Beschwerde der chinesischen Regierung bei der UN zur Folge hatte.  

Auch Umweltschützer kritisieren SpaceX für das Aussetzen zahlreicher Satelliten, sie befürchten eine dauerhafte Verschmutzung des Nachthimmels. Generell wird die private Raumfahrt oft als umweltschädlich, weil angeblich unnötig, kritisiert und als „außer Kontrolle geratener Wettbewerb zwischen wenigen Ultra-Reichen“ dargestellt.  

Befürworter hingegen sehen SpaceX als ein Unternehmen, das die langsame und teure Raumfahrtindustrie durch Innovationen vorantreibt und durch Fortschritte in der Weltraumforschung am Ende der ganzen Gesellschaft zugutekommt.

Fazit 

Das von Elon Musk gegründete Unternehmen SpaceX hat es trotz anfänglicher Schwierigkeiten geschafft, zum Vorreiter der privaten Raumfahrt zu werden. Dabei ist es der Firma gelungen, durch Innovationen wie wiederverwendbare Raketen und Raumkapseln geltende Preisstrukturen deutlich zu unterbieten und die Branche nachhaltiger zu gestalten.

Heute sind Raketen von SpaceX, insbesondere die Falcon 9, das Rückgrat der amerikanischen Raumfahrt und denen der Konkurrenz teils weit voraus. Trotz Kritik von Umweltschützern arbeiten die Amerikaner weiter an ihrer Vision, eines Tages zum Mars zu fliegen, und entwickeln dafür neuartige Raumschiffe vom Typ Starship, welche auch für künftige Mondmissionen eingesetzt werden können.

Und wer Elon Musk und seine Unternehmungen verfolgt, der weiß, dass es den Satz „Geht nicht!” bei ihm nicht gibt. Es kann also mit Spannung weiter verfolgt werden, welche Fortschritte SpaceX in Zukunft zu Leisten imstande ist.

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