Solar City – folgenschwere Übernahme durch Tesla

von | 16. September 2022 | Rund um Tesla

Solar City – folgenschwere Übernahme durch Tesla

Der Name Solar City ist mittlerweile fest mit Elon Musk und auch Tesla verbunden. Und tatsächlich ist der Solaranlagen-Anbieter eine Tochter des Fahrzeugherstellers, – doch das war nicht immer so. Von der Gründung 2006 bis ins Jahr 2016 operierte Solar City als eigenständige Firma.

Was folgte, war als einfache, unkomplizierte Übernahme geplant, führte im Endeffekt aber zu einem langen gerichtlichen Nachspiel. Der Vorwurf: Interessenkonflikt.

Solar City: Gründung unter Beteiligung von Elon Musk

Seinen Anfang nahm das Schauspiel im Jahr 2006 bei der Gründung von Solar City. Elon Musk war mit der Idee für die Firma an seine Cousins Lyndon Rive und Peter Rive herangetreten, welche das Unternehmen operativ führen sollten. Unterstützt wurden die beiden dabei von einem großzügigen Investment ihres berühmten Cousins, der dadurch zum größten Anteilseigner bei Solar City wurde und den Posten des Verwaltungsratschefs einnahm.

Mit den Jahren wuchs das Geschäft, 2013 war Solar City sogar Marktführer bei der Solaranlagen-Installation in den USA. Schwarze Zahlen konnte das Unternehmen, ähnlich wie Tesla lange Zeit, aber nicht schreiben.

Übernahme 2016 

Als schließlich der Marktanteil schrumpfte, die Verluste wuchsen und der Aktienkurs innerhalb weniger Monate um gut zwei Drittel fiel, entschied sich Musk, Solar City durch Tesla aufzukaufen. Dies war anscheinend schon seit 2006 geplant. Der Deal sollte nicht nur Solar City aus seiner misslichen Lage befreien, sondern auch Tesla zum Rundum-Anbieter in der Elektromobilität machen. 

Um die Anteilseigner zu einer Zustimmung zum Kauf zu überreden, versprach Musk steigende Gewinne beim Solaranbieter und geringere Ausgaben bei beiden Firmen. Denn: Eine Zusammenarbeit fand schon lange statt, Solar City nutzte Tesla-Batterien und der Autohersteller nutzte Solarzellen an seinen Supercharger-Stationen.

Da künftig alles unter einem Dach stattfinden sollte, würde man mehr als 100 Millionen US-Dollar schon im ersten Jahr einsparen, – so der Plan. Ende 2016 stimmten die Aktionäre schließlich zu und der Deal ging für 2,6 Milliarden USD in Tesla-Aktien über die Bühne.

Investoren-Klage wegen ausbleibenden Erfolgs

Ende gut, alles gut? Die Krise bei Solar City hielt auch nach der Übernahme an, die Marktanteile sanken weiter. Daher erhoben schließlich sieben Aktionäre Klage gegen Musk und den Tesla-Vorstand und warfen dem CEO Interessenskonflikte vor.

Musk war größter Einzelaktionär bei Solar City und mit den Firmenchefs verwandt. Außerdem besaß er mehrere Millionen in Solaranleihen, die gemeinsam mit seinen Anteilen bei einem drohenden Bankrott des Unternehmens verloren gewesen wären. Der Motley Fool schätzte den möglichen Verlust auf über 500 Millionen Dollar.

Für die Tesla-Vorstandsmitglieder endete der Gerichtsstreit mit einem Vergleich über 60 Millionen USD. Elon Musk allerdings weigerte sich, diesem Vergleich zuzustimmen und ist daher als Einziger noch angeklagt. 2021 musste er erneut vor Gericht aussagen, wollte aber keine Schuld bei sich erkennen. Wie die Sache für den Milliardär ausgeht, ist also noch offen. Fest steht aber: Bisher war die Übernahme von Solar City für Tesla ein Verlustgeschäft.

Noch immer ist es nicht gelungen, den Solar-Anbieter wieder in die Spur zu bringen, geschweige denn profitabel zu machen. Es scheint also, als hätte der Deal bisher wirklich nur Musk persönlich genützt.

Quelle Beitragsbild: Mit freundlicher Genehmigung von Tesla, Inc.

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