Finnland prüft Tesla-FSD und erwartet Freigabe vor EU-weiter Genehmigung

von | 24. Juni 2026 | Tesla-FSD

Finnland prüft Tesla-FSD und erwartet Freigabe vor EU-weiter Genehmigung

Finnland könnte Tesla FSD Supervised früher freigeben als die EU. Die finnische Verkehrsbehörde Traficom prüft nach aktuellen Aussagen derzeit eine nationale Anerkennung der niederländischen Genehmigung.

Tesla-FSD vor Start in Finnland?

In Europa nimmt die Debatte um Teslas FSD Supervised weiter Fahrt auf. Nach der vorläufigen nationalen Genehmigung durch die niederländische Behörde RDW im April prüfen mehrere Länder, ob sie das System bereits vor einer EU-weiten Entscheidung zulassen.

Zuletzt haben bereits einige weitere Länder nachgezogen: Litauen, Estland, Dänemark und Belgien haben FSD bei sich ebenfalls bereits genehmigt.

Nun rückt Finnland in den Fokus: Die finnische Transport- und Kommunikationsbehörde Traficom erklärte in dieser Woche in einem Statement, dass eine Anerkennung der niederländischen Freigabe grundsätzlich noch vor der erwarteten EU-Abstimmung im Oktober 2026 möglich sei.

Die Traficom befindet sich nach eigenen Angaben derzeit in Gesprächen mit Tesla und der niederländischen Behörde. Dabei geht es vor allem um Fragen, die für finnische Straßen besonders relevant sind.

Finnische Sonderprüfung

Die Behörde bewertet derzeit mehrere Punkte besonders genau. Dazu zählt, wie schnell Fahrer in kritischen Situationen wieder die Kontrolle übernehmen können. Bei FSD Supervised darf der Fahrer zwar die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber jederzeit aufmerksam bleiben und sofort eingreifen können.

Gerade in plötzlichen Situationen sieht Traficom noch Klärungsbedarf. Wenn das System unerwartet reagiert oder das Fahrzeug auf rutschiger Fahrbahn instabil wird, muss der Mensch am Steuer weiterhin in der Lage sein, sicher zu übernehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Überholmanövern auf finnischen Landstraßen. Dort gibt es viele zweispurige Straßen mit Kurven, Kuppen und eingeschränkter Sicht. Traficom will sicherstellen, dass das kamerabasierte System des US-Autobauers auch unter diesen Bedingungen zuverlässig genug arbeitet.

Streit um Tempoüberschreitungen

Besonders sensibel bleibt die sogenannte „Speed-Offset“-Funktion. Sie erlaubt es dem Fahrer, einen Spielraum über dem erkannten Tempolimit einzustellen. Laut Traficom kann dieser Wert bei Tesla bis zu 50 Prozent über der erkannten Begrenzung liegen.

Das bedeutet nicht, dass das Fahrzeug dauerhaft so schnell fährt. Die Geschwindigkeit passt sich weiterhin der Verkehrssituation an. Dennoch kann die Funktion dazu führen, dass das Auto schneller fährt als erlaubt.

Genau dieser Punkt sorgt in Nordeuropa für Diskussionen. Schweden und Norwegen hatten bereits Bedenken diesbezüglich geäußert. Auch Finnland prüft, ob die Funktion in der Praxis zu häufigem zu schnellem Fahren führen könnte. Traficom verweist darauf, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen in Finnland ohnehin weit verbreitet seien.

Wann fällt die Entscheidung?

Der nächste wichtige Termin für die FSD-Zulassung ist der 30. Juni 2026. Dann wird der zuständige EU-Ausschuss das Thema erneut beraten. Die eigentliche EU-weite Entscheidung wird derzeit im Oktober erwartet.

Die finnische Traficom hält sich aber eine schnellere nationale Entscheidung offen. Wenn Tesla die geforderten Zusatzinformationen liefert und die offenen Punkte geklärt werden, könnte Finnland bereits nach dem Sommer vorangehen.

Damit würde sich Finnland auf die Seite jener Länder stellen, die Teslas FSD Supervised nicht erst nach einer EU-weiten Freigabe ermöglichen wollen. Gleichzeitig zeigt die Prüfung, wie gespalten Europa bei diesem Thema bleibt. Während einige Staaten den nächsten Schritt wagen, bremsen andere wegen Sicherheits- und Rechtsfragen.

Für Tesla wäre eine finnische Freigabe dennoch ein guter Schritt: In Finnland gibt es rund 6.500 Fahrzeuge mit entsprechender FSD-Fähigkeit. Das entspricht zwar nur etwa 0,24 Prozent der rund 2,7 Millionen Pkw im Land, hätte aber regulatorisch eine größere Bedeutung.

Wünschen Sie sich bereits jetzt eine europaweite FSD-Freigabe oder halten Sie die offenen Fragen für zu wichtig?

Quelle Beitragsbild: Mit freundlicher Genehmigung von Tesla, Inc.

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