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Tesla-Software im Krieg: 50 PS mehr dank Update von Drittanbieter

von | 07. September 2020 | Tesla Model 3 | 0 Kommentare

Der E-Auto-Hersteller aus Amerika und die Tuningfirma Ingenext liefern sich einen erbitterten Schlagabtausch um die Tesla-Software.

Ingenext hat es sich zum Ziel gesetzt, mit einem eigens kreierten Modul dem Tesla Model 3 einen Leistungsboost in Höhe von 50 PS zu geben. Ein derartiges Update ist in den USA direkt bei Tesla für 2000 US-Dollar zu erhalten. Gegenüber der Tesla-Software setzt der Billiganbieter auf einen klaren Preisvorteil und bietet sein Update für ca. die Hälfte an. Schon für 1100 Dollar erhält man das konkurrenzfähige Plugin vom US-Tuner.

In den letzten Monaten wurde erstmals berichtet, das die Firma den ersten Hack veröffentlicht hat. Dieser ermöglicht es Tesla-Besitzern, einen durch Software gesperrten Beschleunigungsschub für die Hälfte des Preises, den Tesla verlangt, zu sichern.

Wie erwartet hat Tesla letzte Woche mit einem neuen Patch in einem Software-Update begonnen, sich gegen den Hacker zu wehren. Damit hat die Firma um Elon Musk einen Schlagabtausch initiiert. Denn nun ist es Ingenext gelungen, Teslas Updates zu umgehen. Das Unternehmen baute ein neues Modul zu seinem Gateway, um diesen Patch zu vermeiden.

Guillaume André, der Gründer von Ingenext, sagte gegenüber Electrek, dass dies ein sehr guter Patch war, der das installierte Boost-50-Gateway erkennt.

Gegenangriff mit Konter-Hardware

Doch dieses Vorgehen war von ihnen lange eingeplant: Sie ahnten, dass Tesla versuchen würde, ihr Produkt zu patchen, dachten aber, sie könnten es durch ein Software-Update an ihrem Gateway umgehen. Letztlich brauchten sie hierfür aber neue Hardware, um ihr Update wieder zum Laufen zu bringen. 

Neben dem Aspekt eines viel billigeren Konkurrenzangebotes gibt es jetzt seitens Ingenext auch eine Tesla-würdige Provokation: Der neue Patch, der das Konter-Update umgehen soll, kommt in einem „Netter Versuch“-Modul. Dieses verschicken sie kostenlos an alle Boost-50-Besitzer.

Privateigentum oder Tesla-Software Hoheitsgebiet?

Während Gründer Guillaume André trotz der großen Herausforderung einer Konfrontation mit Tesla sehr zuversichtlich ist, spalten sich im Netz die Meinungen.

Soll ein (Performance-)Update von einem Drittanbieter zulässig sein?

Pro: Die Pro-Seite argumentiert anhand des Privateigentums. Sobald ein Auto gekauft ist, sollte jeder die Möglichkeit haben, alles damit zu tun und beliebig Änderungen vorzunehmen. Dazu gehört auch das Hinzufügen eines Moduls von Drittanbietern zur Leistungssteigerung.

Contra: Ein technisches Argument lautet, das Drittanbietertechnologie nie so gut und präzise abgestimmt auf das Auto sein kann, wie originale Tesla-Software. Käufer riskieren also Komplikationen, z. B. auch mit zukünftigen Tesla-Updates. So schadet man vielleicht dem eigenen Tesla Model 3 mit der fremden Software, wofür dann im Zweifel niemand aufkommt – vor allem nicht Tesla.

Vor diesem Hintergrund muss auch bedacht werden, dass Komplikationen mit zukünftigen Software-Updates von Tesla auftreten könnten. Die Verwendung von Software dritter geschieht auf eigenes Risiko und bleibt nicht ganz ohne Risiko. Die Vor- und Nachteile muss jeder Tesla-Besitzer für sich selbst abwägen.

Welche Meinung haben Sie dazu? Würden Sie ein günstiges Update erwerben und die Risiken in Kauf nehmen, oder vertrauen Sie einzig und allein der Tesla-Software?

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