Nach der spektakulären Enthüllung des neuen Tesla Roadsters werden immer mehr technische Details bekannt. Drei exklusive Interviews verraten jetzt, was das Elektro-Hypercar tatsächlich leisten soll.
Neuer Tesla Roadster 2026
Neun Jahre nach der Vorstellung des ursprünglichen Konzepts hat Tesla seinen vollständig überarbeiteten Roadster auf einem SpaceX-Gelände in Texas präsentiert. Das neue Modell hat mit dem Prototyp von 2017 optisch und technisch nur noch wenig gemeinsam.
Der Elektro-Pionier setzt auf ein futuristisches Design, extreme Fahrleistungen und Technologien aus der Raumfahrt. Besonders spektakulär ist die sogenannte Rocket-Version, die mithilfe spezieller Triebwerke sogar abheben soll.
In ausführlichen Interviews mit den Automobilmagazinen Hagerty, Top Gear und MotorTrend haben Teslas Entwicklungschef Lars Moravy und Chefdesigner Franz von Holzhausen nun zahlreiche bislang unbekannte Details verraten.
Tesla Roadster: Zwei Motoren, Heckantrieb
Eine der größten Überraschungen betrifft den Antrieb: Anders als bisher vermutet, verzichtet Tesla beim neuen Roadster vollständig auf Allradantrieb.
Stattdessen arbeiten zwei besonders leistungsstarke Elektromotoren an der Hinterachse, die laut Moravy gemeinsam mehr Leistung liefern als die drei Motoren des Model S Plaid:
0-60 mph in 0.81 seconds https://t.co/7Pp4oqJVzq
— Tesla (@Tesla) October 16, 2026
Die wichtigsten Leistungsdaten:
- Antrieb: Zwei Elektromotoren mit reinem Hinterradantrieb und unabhängigem Torque Vectoring.
- Leistung: Je nach Ausführung mehr als 1.000 kW. Für die leistungsstärkeren Varianten nennt Tesla rund 1.500 hp, entsprechend etwa 1.520 PS.
- Drehmoment: Über 1.400 Nm für die leistungsstarken Varianten.
- Beschleunigung: Der Performance-Roadster soll in rund 1,6 Sekunden von 0 auf 60 mph (97 km/h) beschleunigen. Mit zusätzlichen Triebwerken sind deutlich schnellere Werte vorgesehen.
- Höchstgeschwindigkeit: Für die bislang beschriebenen Varianten stehen etwa 210 bis 230 mph (338 bis 370 km/h) im Raum. Tesla arbeitet außerdem an einer speziellen Ausführung, die 330 mph (531 km/h) erreichen soll.
Die extreme Höchstgeschwindigkeit ist bislang ein Entwicklungsziel. Einen entsprechenden Geschwindigkeitsrekord hat das Unternehmen noch nicht nachgewiesen.
Tesla Roadster: Akku und Ladegeschwindigkeit
Auch bei der Batterie verfolgt Tesla einen neuen Ansatz. Während beim ursprünglichen Roadster-Konzept noch bis zu 1.000 Kilometer Reichweite versprochen wurden, konzentriert sich der Hersteller nun auf geringes Gewicht, hohe Leistungsabgabe und besonders kurze Ladezeiten.
Dafür hat die Marke eigens neue 4680-Batteriezellen entwickelt, die dank einer speziellen Kühlung auch unter extremer Belastung eine möglichst konstante Leistung liefern sollen.
Die wichtigsten Akku-Details:
- Kapazität: Rund 115 kWh laut Chefdesigner Franz von Holzhausen im MotorTrend-Interview.
- Reichweite: Etwa 310 bis 320 Meilen, entsprechend rund 500 bis 515 Kilometern.
- Batteriezellen: Speziell entwickelte 4680-Zellen mit nickelbasierter Lithium-Ionen-Chemie und leichterem Aluminiumgehäuse.
- Kühlung: Eine doppelseitige Flüssigkeitskühlung soll die Temperatur gleichmäßig regulieren und Leistungsverluste bei hoher Belastung verhindern.
- Ladeleistung: Mehr als 500 kW an geeigneten V4-Superchargern mit einer Batteriespannung im Bereich von 800 bis 1.000 Volt.
- Ladezeit: Tesla strebt rund zehn Minuten von 15 auf 80 beziehungsweise 85 Prozent an.
Laut Moravy soll der Roadster zudem rund 25 bis 30 Minuten intensive Rennstreckennutzung ermöglichen, bevor eine Ladepause notwendig wird. Anschließend soll die Batterie innerhalb weniger Minuten wieder genügend Energie für die nächste Fahrt aufnehmen können.
Tesla Roadster: SpaceX-Triebwerke und Flugfunktion
Für die extremsten Roadster-Versionen arbeitet Tesla eng mit SpaceX zusammen. Dabei kommen sogenannte Kaltgastriebwerke zum Einsatz, die unter hohem Druck gespeicherten Stickstoff freisetzen und damit zusätzlichen Schub erzeugen.
Der Hersteller plant insgesamt vier aufeinander aufbauende Varianten, bei denen die Technik zunehmend spektakulärer wird.
Die vier Roadster-Versionen:
- Roadster: Das Basismodell mit zwei Elektromotoren, Hinterradantrieb und aktiver Aerodynamik.
- Performance: Ergänzt den Grundaufbau um vier leistungsstarke Ventilatoren und bewegliche Schürzen am Unterboden. Mittels eines gezielt erzeugten Unterdrucks wird das Fahrzeug auf die Straße gepresst, was die Kurvenhaftung deutlich verbessert.
- Thrust: Erhält zusätzlich vier Kaltgasdüsen am Heck und einen 200 Liter großen Druckbehälter mit bis zu 10.000 psi (rund 690 bar). Damit soll die Beschleunigung auf 60 mph in etwa 0,85 Sekunden gelingen.
- Rocket: Die extremste Ausführung bekommt sechs weitere Triebwerksdüsen und einen zusätzlichen 400-Liter-Druckbehälter. Mit insgesamt 600 Litern Druckgas soll das Fahrzeug sogar kurzzeitig schweben beziehungsweise abheben können. Tesla nennt eine theoretische Beschleunigungszeit von 0,55 Sekunden auf 60 mph.
Ein weiterer außergewöhnlicher Aspekt: Für die Steuerung der Gasventile verwendet Tesla Aktuatoren aus seinem humanoiden Roboter Optimus. Das vollständige Rocket-System soll laut Entwicklungschef Moravy mehr als 80 Kilonewton Schub erzeugen können.
Allerdings gibt es Einschränkungen: Die Triebwerke sind für den Einsatz auf abgesperrten Strecken vorgesehen, während die Rocket-Version voraussichtlich ausschließlich abseits öffentlicher Straßen genutzt werden darf.
Zudem dauert das Befüllen der Druckbehälter derzeit noch mehrere Stunden. Tesla arbeitet daran, diese Zeit auf ungefähr 30 Minuten zu reduzieren.
Tesla Roadster: Fahrwerk und Aerodynamik
Trotz der enormen Leistung möchte Tesla den Roadster möglichst leicht und fahraktiv gestalten. Das Entwicklungsziel liegt bei einem Fahrzeuggewicht von unter 1.700 Kilogramm, was für ein Elektro-Hypercar mit großer Batterie bemerkenswert wäre.
Besonders aufwendig fällt die aktive Aerodynamik aus: Zahlreiche Karosserieteile können ihre Position verändern, um je nach Fahrsituation mehr Abtrieb oder einen geringeren Luftwiderstand zu erzeugen.
Die technischen Highlights:
- Gewicht: Weniger als 1.700 Kilogramm als Entwicklungsziel.
- Fahrwerk: Doppelquerlenker an der Vorderachse, Mehrlenker-Hinterachse und adaptive Stoßdämpfer mit Spool-Valve-Technologie.
- Track-Modus: Das Fahrzeug senkt sich um bis zu 40 Millimeter ab, während sich die Fahrwerkssteifigkeit laut Tesla verdreifachen soll.
- Räder: 20 Zoll vorne mit 295er-Reifen und 21 Zoll hinten mit 335er-Reifen.
- Aktive Aerodynamik: Bewegliche Frontflügel mit bis zu 80 Grad Verstellwinkel, ausfahrbare seitliche Luftleitelemente und ein großer Heckflügel.
- Heckflügel: Kann zwischen maximalem Abtrieb und geringem Luftwiderstand wechseln und zusätzlich als Luftbremse fungieren. Seine Aktuatoren stammen ebenfalls aus dem Optimus-Programm.
- Abtrieb: Tesla spricht von bis zu 2 g aerodynamisch erzeugtem Abtrieb bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Das Ventilatorsystem soll außerdem schon im Stand und bei niedrigen Geschwindigkeiten für zusätzlichen Anpressdruck sorgen.
Das Besondere ist die nahezu unsichtbare Integration der Aerodynamik. Im normalen Fahrbetrieb bleibt das Design weitgehend glatt und minimalistisch. Erst bei sportlicher Fahrweise fahren die entsprechenden Elemente aus:
Roadster transforms in Track Mode These aero features aren’t just for looks: they provide the best passive downforce package of any road car (approaching F1 levels!) with wing actuation driven by the @Tesla_Optimus actuator system https://t.co/AqrC4qUga9
— Tesla (@Tesla) October 16, 2026
Tesla Roadster: Futuristischer Innenraum
Auch im Innenraum hat Tesla das ursprüngliche Roadster-Konzept grundlegend überarbeitet. Statt der ursprünglich vorgesehenen 2+2-Sitzkonfiguration bietet das neue Modell lediglich zwei Sitzplätze, während die Rocket-Version aufgrund ihres zusätzlichen Druckbehälters sogar zum Einsitzer wird.
Das Cockpit orientiert sich an modernen Kampfflugzeugen und verbindet eine besonders niedrige Sitzposition mit minimalistischer Bedienung:
Interior – Ultrawhite interior w/ gray microsuede detailing & seat bolsters for added grip – Manual controls & a fixed seat position reduce overall vehicle mass – Lightweight, high-strength materials throughout, including magnesium, titanium & carbon fiber help reduce it further This allows Roadster to respond to driver inputs almost instantly
— Tesla (@Tesla) October 16, 2026
Die wichtigsten Innenraum-Details:
- Yoke-Lenkrad: Ein kompaktes Steuerhorn mit Steer-by-Wire-Technologie und variabler Lenkübersetzung.
- Displays: Ein zum Fahrer geneigter zentraler Touchscreen sowie schmale Informationsanzeigen direkt unterhalb der Windschutzscheibe.
- Sitze: Fest montierte Sitzflächen mit manuell verstellbaren Rückenlehnen. Für die optimale Sitzposition lassen sich stattdessen die Pedale verschieben.
- Türen: Nach oben öffnende Schmetterlingstüren, die den Einstieg erleichtern sollen.
- Dach: Herausnehmbare Dachsegmente ermöglichen ein offenes Fahrerlebnis.
- Fahrmodi: Verschiedene Einstellungen für Komfort und Rennstrecke sowie eine manuelle Steuerung der Aerodynamik.
- Ausstattung: Sitzheizung, kabelloses Laden für Smartphones und Getränkehalter bleiben trotz des sportlichen Konzepts erhalten.
Darüber hinaus erhält der Roadster Kameras und die notwendige Hardware für eine eingeschränkte Version von Teslas FSD-System. Die Entwickler konzentrieren sich bei diesem Modell allerdings bewusst auf das Fahrerlebnis.
Tesla Roadster: Produktionsstart 2028
Nach jahrelangen Verzögerungen nennt Tesla nun einen neuen Zeitplan. Die Produktion des vollständig neu entwickelten Roadsters soll 2028 in Texas beginnen, wobei sich aktuell mehrere Prototypen in der Entwicklung befinden.
Für Anfang 2027 ist laut Moravy bereits eine größere Vorserienphase vorgesehen. Bis zur Serienfertigung müssen unter anderem die Abstimmung des Fahrwerks, die Aerodynamik und die außergewöhnlichen Zusatzsysteme abgeschlossen werden.
Die wichtigsten Produktionsdetails:
- Produktionsstandort: Texas, USA.
- Geplanter Produktionsstart: 2028.
- Entwicklungsstand: Rund vier bis fünf Prototypen existieren bereits, weitere Entwicklungsfahrzeuge sollen 2027 folgen.
- Varianten: Roadster, Performance, Thrust und Rocket.
- Reservierungen: Für den regulären Roadster sind bereits Reservierungen möglich. Die Standard- und Performance-Versionen sollen grundsätzlich breiter verfügbar sein.
- Exklusive Modelle: Die besonders extreme Rocket-Version könnte ausschließlich auf Einladung und in begrenzter Stückzahl erhältlich sein.
- Preise: Konkrete Verkaufspreise für die neuen Ausführungen hat Tesla bislang nicht bekannt gegeben.
Mit dem neuen Roadster möchte der Elektro-Pionier erneut demonstrieren, welche technischen Möglichkeiten in Elektrofahrzeugen stecken.
Die Kombination aus Heckantrieb, hochmoderner Batterietechnik, aktiver Aerodynamik und SpaceX-Triebwerken könnte das Modell zu einem der außergewöhnlichsten Sportwagen überhaupt machen.
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Quelle Beitragsbild: Mit freundlicher Genehmigung von Tesla, Inc.
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