Tesla hat die geforderten 5.000 Testkilometer mit FSD Supervised auf belgischen Straßen abgeschlossen. Jetzt hängt die mögliche Freigabe vor allem an fehlenden Unterlagen der niederländischen Behörde RDW, könnte nach deren Eingang aber schnell vorankommen.
Tesla-Test abgeschlossen
Der US-Autobauer hat die geforderten 5.000 Kilometer mit FSD Supervised auf öffentlichen Straßen in Belgien absolviert. Das bestätigte die flämische Mobilitätsministerin Annick De Ridder gestern auf X:
De 5000 kilometers voor @Tesla FSD zijn gereden. Het dossier ligt nu bij mijn administratie voor advies. Helaas hebben we nog steeds het volledige homologatiedossier van @RDWnl Nederland niet ontvangen. Wat wel nodig is om mijn administratie op basis van alle feiten een correct…
— Annick De Ridder (@AnnickDeRidder) June 4, 2026
Aus dem Niederländischen übersetzt:
„Die 5000 Kilometer für Tesla-FSD sind gefahren. Die Akte liegt nun bei meiner Verwaltung zur Beratung. Leider haben wir immer noch das vollständige Homologationsdossier von RDWnl Niederlande nicht erhalten. Was aber nötig ist, damit meine Verwaltung auf Basis aller Fakten ein korrektes Gutachten ausarbeiten kann. To be continued, ich bleibe am Zug für eine so schnelle wie mögliche Homologation in Flandern und damit Belgien.“
Damit ist ein wichtiger Abschnitt auf dem Weg zur möglichen Zulassung des Systems in Flandern und damit in Belgien beendet. Die Testfahrten sollten zeigen, wie Teslas Fahrassistenzsystem mit lokalen Besonderheiten zurechtkommt, die sich teils deutlich vom niederländischen Straßennetz unterscheiden.
Dazu zählen unter anderem Straßenbahnen, Fahrradstraßen, Radstreifen mit besonderer Markierung, Zusatzschilder, die Erkennung geschlossener Ortschaften sowie temporäre Signale an Baustellen. Genau diese Situationen sind für eine verlässliche Bewertung entscheidend, da FSD Supervised nicht nur auf idealen Strecken funktionieren muss.
Akte liegt bei Behörden
Nach Abschluss der Fahrten liegt der Vorgang nun bei De Ridders Verwaltung. Diese soll eine formelle Empfehlung für die Homologation ausarbeiten.
De Ridder erklärte sinngemäß, dass die 5.000 Kilometer gefahren seien und die Akte nun zur Beratung bei ihrer Verwaltung liege. Zugleich machte sie deutlich, dass sie weiter auf eine möglichst schnelle Zulassung in Flandern und damit in ganz Belgien drängen werde.
Der Prozess ist damit jedoch noch nicht am Ziel. Denn ein zentrales Dokument fehlt weiterhin: die vollständige Homologationsakte der niederländischen Straßenverkehrsbehörde RDW.
RDW-Dokument fehlt
Die Niederlande spielen in diesem Verfahren eine Schlüsselrolle. Dort erhielt FSD Supervised als erstes europäisches Land eine vorläufige Typgenehmigung durch die RDW. Flandern möchte diese Unterlagen nutzen, um die eigene Bewertung auf bereits vorhandene technische und regulatorische Erkenntnisse zu stützen.
Solange diese Dokumente nicht vorliegen, kann die Verwaltung ihre Empfehlung allerdings nicht vollständig abschließen. Das sorgt für eine ungewöhnliche Situation: Die praktischen Tests auf belgischen Straßen sind erledigt, doch die Entscheidung hängt nun an einem Behördenvorgang zwischen zwei Ländern.
Für Tesla ist das ein ärgerlicher Zwischenschritt. Der Autohersteller hat den aufwendigen Teil vor Ort abgeschlossen, wartet nun aber darauf, dass die nötigen Unterlagen aus den Niederlanden eintreffen.
Belgien verliert Tempo
Während Belgien noch auf Dokumente wartet, sind andere europäische Länder bereits weiter. Litauen genehmigte FSD Supervised weniger als 40 Tage nach der niederländischen RDW-Freigabe. Estland folgte nur neun Tage später, obwohl Tesla dort erst im April offiziell mit dem Verkauf gestartet war.
Damit gerät Belgien zunehmend unter Druck. Die technischen Voraussetzungen wurden auf lokaler Ebene geprüft, die politische Unterstützung scheint vorhanden, und Ministerin De Ridder stellt sich klar hinter eine schnelle Lösung.
Trotzdem zeigt der Fall, wie stark die Einführung von FSD Supervised in Europa weiterhin von nationalen Verfahren und Verwaltungsabläufen abhängt. Selbst wenn die Software die geforderten Kilometer absolviert hat, bleibt der regulatorische Weg entscheidend.
Glauben Sie, dass Belgien FSD Supervised bald freigibt? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.
Quelle Beitragsbild: Tesla Europe, Middle East & Africa via X
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